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Alexander von Humboldt
- Netzwerke des Wissens

 

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

15. September 1999 - 9. Januar 2000

Alexander von Humboldt – Netzwerke des Wissens

 

15. September 1999 bis 9. Januar 2000

 

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

 

 In Kooperation mit dem Goethe-Institut, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin, dem Deutschen Museum, München, dem Naturkundemuseum der Humboldt-Universität Berlin unter Mitwirkung der Berliner Festspiele/Das Neue Berlin und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung

 

Co-Kurator: Kai Reschke

 

Schirmherrschaft:
Bundespräsident Roman Herzog

Ausstellungsfläche: 1.200 qm

ca. 90.000 Besucher

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Alexander von Humboldt – Netzwerke des Wissens

 

Die fünfjährige Expedition, zu der Alexander von Humboldt am 5. Juni 1799 im Alter von 29 Jahren aufbrach, setzte Maßstäbe: Nie zuvor war ein Forschungsreisender auf eigene Rechnung und ohne fremden Auftrag so lange unterwegs gewesen, nie zuvor hatte jemand eine derartige Reise sechs Jahre lang vorbereitet und fast 30 Jahre lang ausgewertet. Humboldt reiste durch die Tropen der Neuen Welt, durch Regionen und Länder, die heute Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und USA heißen. Im Jahr 1829 unternahm er eine weitere große Forschungsreise nach Russland und Sibirien, die ihn bis an die chinesische Grenze führte. Humboldts Hauptinteressen galten der Geographie, der Geologie, der Botanik, Zoologie, Klimatologie, Chemie, Physik und der Kulturgeschichte. Die Vielseitigkeit, mit der er die Perspektiven der verschiedenen Einzelwissenschaften miteinander verband, weist ihn als einen großen interdisziplinären Denker und den ersten Ökologen aus. Die wissenschaftliche und künstlerische Darstellung seiner Forschungsergebnisse ist bis heute vorbildlich. Sein amerikanisches Reisewerk – die größte und teuerste jemals von einem einzelnen Forschungsreisenden selbst finanzierte Publikation – umfasst 29 Bände. Es enthält mehr als 1.400 Kupferstiche. Viele davon wurden nach Humboldts eigenen Zeichnungen angefertigt.

Themenräume

Der Name Humboldt
Der Name Alexander von Humboldt kommt auf der Weltkarte häufiger vor als der irgendeines anderen Menschen. Tausende von Gegenständen, Örtlichkeiten, Institutionen und Phänomenen sind nach Humboldt benannt.

"Schloß Langweil", jüdische Salons und erste Reisen
Dieser Raum beschäftigt sich mit den maßgeblichen Einflüssen auf die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt: Lehrer und Bezugspersonen, die Kreise der Berliner Aufklärung, vor allem die jüdischen Salons; die erste Bildungsreise mit Georg Forster, Begegnungen mit dem Botaniker Karl Ludwig Willdenow, mit Christoph Lichtenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und anderen.

Empirischer Analytiker und moderner Manager
Humboldt machte sich als moderner Manager, Forscher und Erfinder verdient. Seine Arbeitsmethode wird hier anschaulich dargestellt: durch Zusammentragen und Auswerten von vorhandenem, bekanntem Material Neues entdecken, Wesentliches erkennen und Strukturen sichtbar machen.

Neptunismus, Lebenskraft und Nervenreiz
Der Streit um den Ursprung des Gesteins und die Erforschung der Lebenskraft waren die großen naturwissenschaftlichen Themen der Zeit. Humboldt führte nicht nur die berühmten Froschschenkelversuche Luigi Galvanis durch, sondern versuchte auch, am eigenen Körper die Reaktion der Nerven und Muskelfasern zu ergründen.

Das Reisen
Zweck, Bedeutung und Formen des Reisens werden hier erläutert: Entdeckungsreisen zur Erweiterung der Hoheitsgebiete, Forschungsreisen zur Ausdehnung und Ausbeutung der Kolonien, Bildungsreisen, Reiseausrüstungen, Transportprobleme und das Arbeiten während des Reisens. Kartendarstellungen der verschiedenen Epochen geben einen Überblick über den Wandel des Weltbildes.

Einer, der auszog, die Welt zu begreifen
Sechs Jahre hat sich Alexander von Humboldt auf seine große Reise vorbereitet. Der Besucher lernt die verwendeten wissenschaftlichen Instrumente durch die historischen Originale und durch eigene praktische Übungen kennen.

Die amerikanische Reise
In neun Stationen werden die thematischen Schwerpunkte der Reise, die in den USA endet, vorgestellt: die Erforschung der Flüsse und Urwälder, Unmoral und Unterdrückung, Vulkanforschung und Pflanzengeographie, und die an "Raserei grenzende Goldsuche".

Die Pariser Zeit
Nach seiner Reise durch Lateinamerika lebte Humboldt vor allem in Paris. In der französischen Hauptstadt entwickelte er den Isothermenbegriff. Hier traf er mit Napoleon zusammen, aber auch mit dem jungen Simón Bolívar und mit Louis Jacques Daguerre, dessen Erfindung der Photographie er als "Meisterwerk" bezeichnete.

Die russisch-sibirische Reise
Die Reise war ein lange geplantes Gegenstück zur lateinamerikanischen Expedition. Von Berlin führte sie Humboldt über St. Petersburg, Moskau, den nördlichen Ural, Tobolsk und den Altai bis zur Grenze der chinesischen Dsungarei.

Das preußische Berlin
Im Jahr 1827 kehrte Humboldt aus finanziellen Gründen von Paris nach Berlin zurück. Er setzte sich zum Ziel, die "kulturelle Wüste" der preußischen Hauptstadt zur Blüte zu bringen. Berühmt wurden Humboldts Vorlesungen an der Universität und seine öffentlichen Vorträge über physikalische Geographie. Hier begann er den fünfbändigen "Kosmos" zu schreiben. Als 1874 der zweite Band erschien, lieferten sich die Käufer wahre Schlachten um die ersten Exemplare.

Das Humboldt-Netzwerk
Humboldt war ein Kommunikator wie kein anderer. Die Namen derjenigen, mit denen er in Kontakt stand, würden Telefonbücher füllen. Er hat mehr Briefe verfaßt als Goethe. Man schätzt ihre Zahl auf erwa 50 000. Der Einfluß Humboldts auf die Wissenschaften dauert bis heute an.

Humboldts Kosmos
Hörproben aus den "Kosmos-Vorträgen", Zitate aus Humboldts Tagebüchern und Werken und eine Bibliothek, in der sämtliche Bücher Humboldts stehen, beenden die Reise auf den Spuren Alexander von Humboldts.


 

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